Der QDA Solutions Blog

Demokratie lebt von Beteiligung

KI-gestützte Datenanalyse, mobiler Systemzugriff, Messwerterfassung per Voice-Bot, Automatisierung von Routinearbeiten und, und, und – selten waren die Vor-aussetzungen günstiger, um die Vorteile eines CAQ-Systems unternehmensweit auszuspielen. Doch Vorsicht: Die Demokratisierung des Qualitätsmanagements ist kein reines Datenthema. Zuerst geht es darum, alte Gewohnheiten zu ändern und damit die Basis zu schaffen, auf der die neuen IT-Angebote greifen können.

Keine Frage. Der Plan, die Fachabteilungen stärker einzubinden und einen Wissenstransfer auf Augenhöhe zu etablieren, ist fast so alt wie das QM selbst. Der Erfolg dieser Programme war bislang jedoch eher begrenzt. Woran liegt das? Ein wesentlicher Grund besteht sicherlich darin, dass das Qualitätswesen in den Augen vieler noch immer eine recht junge Disziplin ist. Dass die erste große Blütezeit nun auch schon wieder dreißig Jahre her ist, ändert nur wenig daran. Der Ruf des Newcomers haftet den QM-Beauftragten (QMB) dennoch an. Und damit verbunden die Vorstellung, sie täten gut daran, sich durchaus noch ein wenig stärker als bisher mit den Machbarkeiten der Praxis vertraut zu machen.

Sicherlich lässt sich eine solche Sicht hinterfragen. Doch zur Wahrheit gehört eben auch, dass nicht eben wenige Qualitätsmanager, ob gewollt oder ungewollt, einiges dazu beigetragen haben. Denn gerade in den Anfangsjahren ging man mit großer und manchmal vielleicht auch zu großer Entschlossenheit daran, die verschiedenen Zertifizierungen des Unternehmens sicherzustellen. Da es dabei immer auch um den Zugang zu den Kunden geht, entwickelte sich das Qualitätswesen zur Stabsfunktion unter der Geschäftsführung oder der Produktionsleitung.

Und so kann es kaum verwundern, dass viele Fachbereichskollegen ihren Kontakt mit dem QM darauf beschränken, die von ihnen geforderten Daten ordnungsgemäß zu liefern. Nach welchen Qualitätsprinzipien die Fachbereiche dann in der eigenen Praxis handeln, steht vielerorts auf einem ganz anderen Blatt. Denn wie die Entwicklerteams, der Shopfloor oder der Kundendienst Qualität organisieren, bleibt den Abteilungen weitgehend selbst überlassen. Dass diese dann auf die bereits vorhandenen eQMS-Lösungen zugreifen, ist bislang noch die Ausnahme.

Richtige Reihenfolge

Die weit überwiegende Mehrheit der Unternehmen will dies nun ändern. Doch wie geht man es am Geschicktesten an, die Bedürfnisse der Praxis und die Angebote des Qualitätsmanagements in Einklang zu bringen? An dieser Stelle liegt der Gedanke nahe, dass man bereits eine ganze Menge erreichen könnte, wenn man die laufenden CAQ-Schulungen dazu nutzt, um die Fachkollegen mit den neuen Anwendungsmöglichkeiten ihres eQMS vertraut zu machen. Tatsächlich würde man damit aber den zweiten Schritt vor dem ersten tun. Schließlich ist die Demokratisierung des Qualitätsmanagements zuallererst ein Change-Prozess. QMBs und Fachabteilungen müssen zu einer gemeinsamen Sprache finden und auf genau dieser Basis ein konsistentes Vorgehen vereinbaren. Erst im zweiten Schritt geht es darum, den Anwendern zu zeigen, wie sie ihre To-Dos in einem modernes CAQ-System erledigen können – mit einem Maximum an Bedienkomfort und einem Höchstmaß an Wissenszuwachs.

Beide Aufgaben, das Change-Management und die darauf aufbauende IT-Transformation stehen im Mittelpunkt von zwei weiteren Beiträgen, die in den kommenden Wochen hier im QDA-Blog erscheinen werden.